Heimtiere

In den letzten Jahren erfreuen sich kleine Heimtiere wachsender Beliebtheit, nicht nur bei Kindern. Neben den „klassischen“ Kleinsäugern wie Kaninchen, Goldhamster und Meerschweinchen werdenvermehrt Chinchillas, Ratten, Streifenhörnchen, Frettchen, Farbmäuse und auch exotische Kleinsäuger gehalten. Leider haben viele dieser Hausgenossen eine Karriere als „Wegwerftier“ erleben müssen oder noch vor sich! Das Wissen um die besonderen Ansprüche und Bedürfnisse dieser scheinbar problemlosen Haustiere ist sehr oft lückenhaft oder ganz falsch! Entsprechend werden Krankheiten oft übersehen oder einfach zu spät erkannt. Die fundierte tierärztliche Beratung des Tierhalters zur Pflege, Fütterung und Krankheitserkennung bei diesen kleinen Hausgenossen ist ein Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit.

 

Das medizinische Wissen um Krankheiten und Behandlungen dieser kleinen Heimtiere hat in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen. Dr. Gabriel hat sich schon von Anfang seiner tierärztlichen Tätigkeit an für diese leider so oft als „Randgebiete der Medizin“ abgegrenzten Tierarten interessiert und sich konsequent fortgebildet. Vor der Tierärztekammer legte er 2002 die Fachtierarztprüfung zur „Zusatzbezeichnung Heimtiere“ ab. Ein entsprechend großer Anteil unseres täglichen Klientels sind heute Operationen und Behandlungen bei Heimtieren.

 

Unsere Praxis ist von den Behandlungsmöglichkeiten auf kleine und kleinste Patienten eingestellt. Operationen wie zum Beispiel Kastrationen oder Versorgung von Knochenbrüchen können an einem speziellen temperierten OP-Tisch unter Gasnarkose mit speziellem Instrumentarium und unter dem OP-Mikroskop durchgeführt werden. Tumoroperationen bei Ratten und Augen-OP’s bei Zwerghamstern sind damit durchaus möglich. Unser hochauflösendes Ultraschallgerät und spezielle Röntgenfilme ermöglichen uns eine gefahrlose Untersuchung der inneren Organe.

 

Eine Bitte:

Bevor Sie sich oder für Ihre Kinder ein Tier anschaffen, ganz gleich ob es ein Hund, eine Katze oder ein Kleintier ist: bitte informieren Sie sich vorher ausführlich über die Ansprüche und Bedürfnisse der jeweiligen Tierart! Bedenken Sie, daß auch scheinbar billige Tiere hohe Kosten verursachen können, wenn sie krank werden. Eine artgerechte, gesunde Haltung und Fütterung ist deswegen absolut wichtig! Bitte besuchen Sie auch mit dem (noch) gesunden Tier eine Tierarztpraxis! Lassen Sie Ihr zugekauftes Tier untersuchen und lassen Sie sich zu allen Themen von Haltung, Fütterung und Krankheitserkennung beraten. 

 

Bei Kleintieren können sich Krankheiten schnell entwickeln und sehr schnell verschlimmern. Wenn Ihr Tier nicht mehr richtig frißt oder andere Krankheitszeichen zeigt, gehen Sie bitte noch am gleichen Tag zum Tierarzt und warten Sie nicht ab!

Kaninchen

„Mein Kaninchen isst nicht mehr richtig und hat Schwierigkeiten beim Kauen.“ Oftmals kommen Tierfreunde mit diesem Problem in die Tierarztpraxis. Die häufigste Ursache sind Zahnprobleme bzw. Zahnfehlstellungen, die aber meist viel zu spät erkannt werden.

 

Zahnfehlstellungen: Fütterung kaum noch möglich

Durch Fehlstellungen der Backenzähne kommt es nicht mehr zum gleichmäßigen Abrieb der Ober- und Unterkieferzähne. Es entstehen Zahnspitzen und -kanten (Treppenbildung). Da die Zähne stets wachsen, werden die Kanten immer größer. Verletzungen der Backenschleimhaut oder der Zunge sind die Folge. Zudem kann das Kaninchen die Zunge kaum bewegen – kein Wunder, dass dann die Futteraufnahme unmöglich wird. Ohne Behandlung würde das Kaninchen verhungern. Auch zu lang gewachsene Schneidezähne („Elefantenzähne“) behindern den Nager.

 

Auch bei Kaninchen können sich Zähne lockern. Bakterien dringen ein, Abszesse entstehen. Fallen Zähne aus, hinterlassen sie tiefe Knochenhöhlen, die nur selten richtig verheilen.

 

Die tierärztliche Kontrolle der Zähne und die Korrektur von Zahnfehlstellungen gehören daher zu einer unerlässlichen Gesundheitsvorsorge.

 

Empfehlenswert ist es ebenso, das Tier ein Mal im Monat zu wiegen (Küchenwaage), um Veränderungen rasch zu bemerken.

Meerschweinchen

Eine Besonderheit der Meerschweinchen wie auch Kaninchen ist das lebenslängliche andauernde Wachstum der Zähne. Durch das Kauen harter Gräser wird hier entgegengewirkt und die Zähne bleiben immer scharf und werden nicht zu lang. Unsere Meerschweinchen sind von Natur aus Grasfresser und müssen, um gesund zu bleiben, sehr rohfaserreich und verhältnismäßig nährstoffarm ernährt werden. Das heißt: außer gutem Heu und im Sommer „Weidegang“ auf der Wiese sowie frischem Wasser, gehört jeden Tag frisches Grünfutter zur artgerechten Ernährung des Meerschweinchens.

 

Für Meerschweinchen ist es normal, den ganzen Tag zu fressen. So nutzen sie ihre Backenzähne gut ab und halten Ihren Darm in Bewegung. Neben frischem Grünfutter sollte auch immer Heu zur Verfügung stehen. Es empfiehlt sich den Nagern frische oder getrocknete Zweige verschiedener Obstbäume und Sträucher anzubieten. Auf diese Weise nutzen die Nager zusätzlich ihre Schneidezähne gut ab.

 

Übrigens: altes, hartes Brot dient nicht dem Zahnabrieb und ist aufgrund der Stärke schwer verdaulich. Also, bitte nicht verfüttern.

 

Noch ein Hinweis: Meerschweinchen sind keine Körnerfresser und sollten nicht mit dem handelsüblichen Buntfutter gemästet werden. Im Winterhalbjahr benötigen die Nager einen speziellen Vitamin-C-Zusatz ins Trinkwasser.

Chinchilla

Gemüse, Heu und Grünfutter für den richtigen Zahnabrieb

 

Genetische Faktoren spielen bei der Entstehung von Zahnfehlstellungen eine Rolle. Aber überwiegend liegt der Grund in einer falschen Ernährung.

 

Entscheidend ist die Reibung der Zähne aufeinander beim Kauvorgang. Das bedeutet für die Fütterung: vorwiegend Heu, Gemüse und Grünfutter. So werden die Zähne optimal abgenutzt – anders als bei der Fütterung mit energiereichem Fertigfutter.